Neue Sommergäste am Bräustüberl – Mauersegler beziehen den Luftraum

Mauersegler

Daniela Bohl

Am Bräustüberl haben seit Jahrzehnten Mehlschwalben ihr Zuhause. In manchen Jahren zählten Naturbeobachter über zehn Brutpaare, die unter dem Dachvorsprung ihre Nester bezogen. Doch heuer zeigt sich ein deutlich verändertes Bild: Nur ein einziges Brutpaar der Mehlschwalben ist zurückgekehrt. Dafür gab es eine erfreuliche Überraschung. Erstmals wurden Mauersegler beobachtet, die unter der Dachtraufe nach geeigneten Nistmöglichkeiten suchten. Da natürliche Mauernischen fehlen, hat der Bauhof reagiert und zwei spezielle Mauerseglerkästen zwischen den bestehenden Schwalbennestern angebracht – in der Hoffnung, den eleganten Flugakrobaten künftig ein festes Sommerquartier zu bieten.

Faszinierende Flugkünstler

Die Hintergrundinformationen zu diesen besonderen Sommergästen verdanken wir Eberhard Keim, der mit seinem naturkundlichen Wissen erneut einen spannenden Einblick in die Vogelwelt unserer Region ermöglicht hat. Mauersegler gehören zu den beeindruckendsten Vogelarten Europas – obwohl sie nur wenige Monate im Jahr bei uns verweilen. Sie überwintern im tropischen Afrika, kehren meist Ende April zurück und ziehen – ähnlich wie die Störche – bereits Anfang September wieder nach Süden. Typisch für die schwarzbraunen Vögel sind ihre sichelförmigen, bis zu 44 Zentimeter langen Flügel, mit denen sie mühelos stundenlang durch den Himmel segeln. Ihre Beine dagegen sind kurz und gekrümmt – ideal, um sich an Mauern festzuhalten, aber kaum zum Gehen geeignet. Das wohl Erstaunlichste an den Mauerseglern ist ihr Lebensstil: Mit Ausnahme des Brütens verbringen sie ihr nahezu gesamtes Leben im Flug. Schlafen, Jagen, Paaren – all das geschieht hoch oben in der Luft. Segeln ist ihr Element, und genau das macht sie zu einzigartigen Boten des Sommers. Mit den neuen Nistkästen am Bräustüberl besteht nun die Hoffnung, dass diese faszinierenden Luftwanderer künftig regelmäßig in unserer Gemeinde Station machen.